Gesundheitsarchitektur des Feng Shui. Die Wirkung von Feng Shui – Parallelen zur neurologischen Forschung


Die Kunst des angewandten Feng Shui hat eine nachhaltige Auswirkung auf Psyche und Physis und ist für viele Menschen intuitiv schlüssig und spürbar. Insbesondere für Menschen, die ihr Haus, ihre Wohnung oder das Unternehmen nach den Prinzipien des Feng Shui gestaltet haben und die veränderte Atmosphäre durch die Umgestaltung erfahren durften. Auch wenn sich diese Methode bislang nicht auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützte und heute teilweise als „nicht bewiesen“ abgetan wird, so basiert diese daoistische Methode auf einen 6000 Jahre alten Erfahrungsschatz. Interessant, dass sich dennoch verblüffende Parallelen zwischen der „Raumpsychologie“ des Feng Shui und aktuellen Forschungserkenntnissen aus der Neuropsychologie ziehen lassen. Gehen wir auf eine Spurensuche...

Die (unterschätzte) Wirkung von Farben

Studien belegen, dass in unbunten Büros die Produktivität der Angestellten schwindet und sich deren Krankenstand erhöht. Wärmende Farbtöne von Rot bis Braun und Grün fehlen häufig. Unser Organismus verlangt also nach Farben. Für unser Wohlbefinden erstrebenswert ist u.a. die zwischen kalten und warmen Farbtönen in unserer gestalteten Umgebung, was einer ausgewogenen Yin-Yang-Balance entspricht. Kalte Farben (Elemente Metall und Wasser) sorgen nachweislich für die Aktivierung des parasympathischen Nervensystems – unser Beruhigungssystem. Sie verringern den Blutdruck, den Puls und den Atemrhythmus, was für Entspannung sorgt. Warme Farben (Elemente Holz und Feuer) hingegen aktivieren uns (sympathisches Nervensystem). Das Element Erde verbindet und gleicht aus - wie es der Name sagt, sie erdet uns. Die Farben unterstützen somit unsere Gesundheit, indem sie einen zyklischen Wechsel von Anspannung/Aktivität, Entspannung/Erholung und den Ausgleich, die Erdung begünstigen. Nicht nur in Wohnräumen ist Wohnlichkeit gefragt. Auch Arbeitsräume bedürfen einer menschenfreundlichen Umgebung.

Villa Erica, Nebikon Eingangsbereich

Die heutige (westliche) Architektur jedoch ist noch immer sehr einseitig – gemäss Feng Shui eine „männliche“. Kühle Distanziertheit durch ein Vorherrschen der Farbe Weiss sowie bevorzugte harte und kalte Materialien wie Beton, Edelstahl und Glas in Form von grossen Fensterflächen sind verantwortlich für rein funktionale und wenig nährende und haltgebende Räume. Gemäss heutigem Architekturverständnis sind schnörkellose Arbeits- und Wohnräumen eine zeitgemässe Sprache, die das Wesen unserer Gesellschaft widerspiegelt und in gestalterischen Kreisen viel Akzeptanz und Aufmerksamkeit erhält. So sind Architekturzeitschriften voll von Beispielen, wo – losgelöst vom Menschlichen - architektonische Meisterlösungen dargestellt werden: meist in Weiss, menschenfeindlich und wenig wohnlich. Von der Käuferschaft einer Wohnung/eines Hauses wird erwartet, dass sie selbst die Wohnlichkeit und die Atmosphäre einbringen wird. Häufig überfordert, da selbst nicht gestalterisch ausgebildet, suchen sie nach der passenden Lösung. Sie informieren sich da, wo Werbung und Modeströmungen beeinflussen. Wird gleich zu Beginn eine Feng Shui Beratung hinzu gezogen, fliessen persönlicher Geschmack und Wohlfühlaspekte zusammen.

Weiss passt zu allem – stimmt das?

Die „Nichtfarbe Weiss“ jedoch ist – entgegen der Volksmeinung – weder neutral noch passt sie zu allem. Denn wer würde behaupten wollen, dass das Element Metall neutral ist? Es widerspiegelt den Herbst, die kühlen Nebelschwaden über einer Landschaft, welche Bäume, Seen, Häuser mit einem grauen Schleier überlagern. Metall ist die kühle Zurückgezogenheit des Herbstes, des Menschen, die Verbundenheit mit dem Himmel, die Reinheit und die Echtheit. Weiss versteckt, ist geheimnisumwoben. Es ist die intelligente Eminenz in Weiss und schafft Distanz. So wirkt Weiss weder beruhigend wie eine kalte Farbe noch anregend wie eine warme Farbe. Weiss zieht sämtliche Energie an sich, reflektiert alles direkt und kompromisslos zurück. Es ist allerdings richtig, zur Hervorhebung eines schönen Bildes einen weissen Passepartout zu verwenden. Auch die Decke von Wohn- und Arbeitsräumen, in weisser Farbe gestrichen, lassen die perfekte Reflektion des Lichtes zu, Gemäss Feng Shui lassen deshalb – deckungsgleich zur Forschung - weiss gestrichene Räume keine Ruhe aufkommen, sondern führen im Kontrast zu den Möbelstücken, Bildern und jeder anderen Farbe zu einer Yin-Yang-Spannung. Zahlreiche Rückmeldungen von Kunden belegen diese Annahme und berichten über gesteigertes Wohlbefinden, sobald wärmende Farben eingesetzt werden. Verständlich ist also der Ruf nach Ausgleich über warme Farben, Textilien und Materialkonzepte. Die Kunst des Feng Shui deckt dieses Bedürfnis effizient und individuell ab. Wer beim Hausbau eine professionelle Feng Shui-Begleitung zuzieht, stellt zum einen sicher, dass die Pole Yin und Yang ausgewogen sind und dass die vielen Entscheidungen, die es bis zur Fertigstellung des Werkes zu fällen gilt, mühelos und insbesondere individuell gefällt werden können. Denn nebst der allgemeinen Wirkung der Farbe auf den Menschen, gibt es noch die personifizierte. Wir alle sind in unseren Empfindungen und Neigungen different. Im individuellen Farbkonzept berücksichtigt Feng Shui ebenfalls das innere Klima eines Menschen, welches zum Zeitpunkt der Geburt geherrscht hat (Chronobiologie, auch Traditionelle Chinesische Astrologie TCA genannt).

Markus Frei und Christine Hüsler, Inhaber IAF Institut für Angewandtes Feng Shui

Einsatz von Symbolen zur Manifestation eines Ziels

In der psychologischen Forschung gibt es den bewährten Ansatz der sogenannten Motto-Ziele. Dieser von Dr. Maja Storch (Inhaberin und wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Selbstmanagement und Motivation Zürich ISMZ) entwickelte Ansatz setzt sich mit dem erfolgreichen Umsetzen von Vorsätzen und Zielen auseinander. Es werden Bilder, Symbole und Sprache eingesetzt, mit deren Hilfe eine Haltung gestärkt wird. Ob die Umsetzung der Ziele gelingt, hängt massgeblich davon ab, ob es anhand der gewählten Bilder gelingt, einen positiven somatischen Marker zu erzeugen (Abgleich mit bisherigem Erfahrungswissen - Unbewusstes bewertet Zustand als angenehm). Der Anblick des kreierten Bildes führt anschliessend innert Sekundenbruchteilen zu einer Aktivierung eines angenehmen unbewussten Zustandes und ermöglicht es, unser Verhalten unserer inneren Haltung entsprechend zu gestalten. Feng Shui kennt eine vergleichbare Herangehensweise. So wird eine Feng Shui Massnahme im Bereich eines Entwicklungsthemas der Klientschaft in ähnlicher Weise realisiert. Wir sprechen von der sogenannten Raumpsychologie, welche symbolisch und als Anker zwar auf der physischen Ebene eingesetzt, aber auf der psychischen Ebene ihre Wirkung zeigt. Analog dem Konzept von Maya Storch werden Bilder, Symbole und Farben genutzt, um die innere Haltung anzuregen, einen neuen und erfüllenden Weg beschreiten zu können.

Das Thema Partnerschaft

Ein Fallbeispiel: Eine alleinstehende Person wünscht sich sehnlichst eine erfüllende Partnerschaft. Die Symbolik der Partnerschaft ist getragen von der verbindenden und fruchtbaren Erde. Das Erde-Element, wie es sich in der Spätsommerzeit sichtbar in der Natur manifestiert, welches uns allen die nährenden Früchte zur Verfügung stellt, das Leben und die Beziehung zum Du stärkt und überhaupt möglich macht, hilft uns im Feng Shui als Träger des Vorsatzes eine bereichernde Beziehung zu leben. Im Laufe eines Tages, wenn die Sonne im Bereich des Süd-Westens steht, sanft und menschenfreundlich ihre Wärme verbreitet, ist der Tageshöhepunkt der nährenden Erde. So wird eine Feng Shui Massnahme, welche der Beziehung gewidmet sind, durch die Kraft der Natur unterstützt, indem sie genau in diesem Bereich als Anker gesetzt wird. Eine schöne Frauenfigur, ein liebendes Paar, ein Bild genau dieser Naturerscheinung oder die Farben der Erde – die jeweilige Massnahme wird mit der Klientschaft erarbeitet und bewusst gestaltet. Es liegen viele Erfahrungsberichte vor, wonach sich kurze Zeit nach einer „raumpsychologischen Feng Shui-Massnahme“ die unbefriedigende Situation positiv verändert. Laut der Raumpsychologie des Feng Shui sind Lebensthemen wie z.B. Partnerschaft oder Erfolg, auch Körperorgane, einzelnen Himmelsrichtungen zugeordnet (BaGua = acht Bereiche). Es ist denkbar, dass die Kunst des Feng Shui gerade deshalb eine derart grosse Wirkung auf Psyche und Körper hat, weil diese Zuordnung nach Himmelsrichtungen auf jahrtausende alte Beobachtungen der Daoisten basieren. Interessanterweise kann heute über die wissenschaftliche Forschung der Neuropsychologie die alte Kunst des Feng Shui und der Farbpsychologie des Westens erklärt werden. Bei näherer Analyse finden sich deckungsgleiche Ergebnisse der Wirkkraft von Farben sowohl in der fernöstlichen Elemente-Lehre, wie auch in der westlichen Farbenlehre. Diese ist viel jünger als die Elemente-Lehre und gründet auf den ersten Forschungsberichten von Johann Wolfgang von Goethe.

Die Farben des Lichtspektrums und das Licht im Raum

Natürliches Licht setzt sich aus den Spektralfarben, den Regenbogenfarben zusammen, welche durch die Aufspaltung über einen Wassertropfen (Prisma) sichtbar werden. Das natürliche Tageslicht hat – der Tageszeit entsprechend – morgens einen höheren Gelb- und Rotanteil, der um die Mittagszeit einem grellen und hellen Blauanteil Platz macht. Gegen Abend werfen wieder die erhöhten Gelb- und Rottöne sanfteres Licht auf die Erde. Es ist dasselbe Licht, welches die traditionelle Glühbirne verströmte. Durch den Wunsch des Energiesparens wurde sie per Gesetz verboten, bevor die LED Technik und die Sparlampe wirklich befriedigend entwickelt worden war. Die LED-Technik produzierte zu Beginn viel zu kaltes Licht, der Blauanteil war extrem hoch, warme Rottöne fehlten. Wie in der Grafik sichtbar, war ein weicher Übergang wie es das natürliche Licht vorsieht, nicht möglich.

Lichtspektrum morgens und abends

Lichtspektrum Glühbirne

HQL – „echtes“ Kunstlicht 3

Ein überhöhter Blauanteil in den Leuchtmitteln führt einerseits zu unterkühlten Räumen und macht sogar aus einem wärmenden Gelbton zuweilen ein unangenehmes Giftgrün. Die Forschung liefert heute weitere Hinweise dafür, dass kalte Farben, kaltes Licht, schädigend auf den menschlichen Organismus wirken können. Gesicherte wissenschaftliche Forschung zeigt auf, dass Krankheiten wie z.B. Artheriosklerose, Vorhofflimmern, Diabetes mellitus, Grauer Star und viele andere Krankheitsbilder erwiesenermassen auf diesen zu hohen Blauanteil im Licht zurückzuführen sind. Eine gute Alternative bietet heute das stromsparende Leuchtmittel von Bio-Licht, das dem natürlichen Licht nachempfunden ist (harmonische Verteilung der Spektralfarben bei 2700 kelvin). Über 2 Jahre eingesetzt bei demenzerkranken Menschen, sind diese wieder in der Lage, ihr Telefon selbst zu bedienen. Demnach hört die Farbgestaltung in Räumen erst bei der richten Wahl des künstlichen Lichtes auf.

Villa Erica, Nebikon - Konzept und Gestaltung IAF Institut für Angewandtes Feng Shui

So innen wie aussen Die Räume, die der Mensch zum Wohnen oder zum Arbeiten wählt, sind ein aussagekräftiger Spiegel der Seele. Nimmt man im Äusseren Veränderungen vor, so haben diese unweigerlich einen Einfluss auf das Innere. Es liegt auf der Hand, dass wärmende Räume auch einen wärmenden Einfluss auf die Seele des Menschen haben. Der ganzheitliche Ansatz der Feng Shui-Kunst bringt zahlreichen Nutzen für die Gesundheit, für die Lebenslust und für die Freude.

Geben wir doch der Architektur, unserer dritten Haut ein menschliches Gesicht!

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